Heitger Consulting, Group of Experts
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Auch Ratschläge sind Schläge!

changement!, Dr. Barbara Heitger, Ulrich Dehner, Januar/Februar 2017

Kontraste greift kontroverse Debatten auf. Zwar ist im Change Management nichts nur so oder nur anders. Mittelwege bieten meist die besseren Lösungen. Deutliche Positionen helfen aber, die eigene Sicht- und Vorgehensweise zu klären. In dieser Debatte geht es um die Frage, auf wen die Verantwortlichen von Veränderungsprozessen setzen sollten: auf Berater, die lediglich durch Impulse bei der Lösungsfindung unterstützen, oder auf Berater, die direkt und konkret ihre eigenen Vorschläge einbringen.
 
Bei Veränderungsprozessen suchen die Verantwortlichen gerne professionelle Hilfe bei internen und externen Ratgebern. Die nennen sich Coach, Mentor oder Consultant, neuerdings auch Business Partner und gelegentlich sogar Freund. Ratgeber möchten nützlich sein und können entweder aus dem Unternehmen oder von Dienstleistern kommen. Externe Beistände sind selten altruistisch, sie erwarten und erhalten Honorare. Interne Ratgeber kosten ebenfalls, zumindest Zeit und manchmal auch Nerven.

Wie vermitteln?

Ratgeber entscheiden nicht, tragen keine Verantwortung und müssen selten mit den Folgen einer Entscheidung leben. Aber sie haben viel Erfahrung und frische Ideen zu den besten Zeiten und Wegen. Doch wie geben Ratgeber ihren Rat? Begleiten sie den verantwortlichen Manager bei dessen ureigener Lösungsfindung mit überlegten Fragen statt schnellen Antworten? Oder formulieren sie ihre eigenen Lösungsideen, artikulieren mögliche Ansätze zur Problembewältigung, also konkrete Vorschläge zum Tun? Wir haben zwei erfahrenen Veränderungsberater nach ihrer Philosophie gefragt. Damit Entscheider sich ihre Meinung bilden können, was besser zu ihnen passt. Und damit Führungs- und Fachkräfte alternative Stile sehen, wenn sie selbst als Ratgeber anderen etwas mit auf den Weg geben.
 
Einerseits: Offene Fragen machen Entscheider ortskundig.
Dr. Barbara Heitger

Raum der Gestaltung


Es ist die Verantwortung von Managern, für die Lebens- und Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens zu sorgen. Dazu treffen sie operative Entscheidungen im Tagesgeschäft und strategische, etwa wenn es um die Ausrichtung der Firma oder die organisatorische Gestaltung geht. Entscheidungen ''zweiter Ordnung'', bei denen es um Strategie und Wandel geht, sind besonders folgenreich, weil sie den Rahmen setzen. Wenn Berater gefragt sind, einen solchen ''Raum der Gestaltung'' trotz aller Unsicherheit in Klarheit und Richtung umzuwandeln, brauchen sie ein Verständnis davon, was Entscheidungen mit Umsetzungskraft ausmacht.Geht es darum, als Berater den richtigen Rat parat zu haben und damit in die in die inhaltliche Mitführung zu gehen? Oder geht es um eine Sparring-Partnerschaft, die Entscheider durch offene ''systemische'' Fragen dabei unterstützt, selbst passende Lösungen zu finden? Ich glaube, wir brauchen diesen offenen Ansatz, gerade bei komplexen Entscheidungen.