"Von großen Namen lernen – Change Essentials 2013"

Coaching-Report, 7.12.2011

Dr. Barbara Heitger wirft einen systemtheoretischen Blick auf Macht, Medien und Moral.


„Der demokratische Zugang zu medialer Öffentlichkeit via Social Media ist Triebwerk und Beschleuniger des öffentlichen Diskurses über Moral.“ Dr. Barbara Heitger wirft in „Issue_6“, der Hauszeitschrift der Heitger Consulting GmbH, – an Luhmann geschärft – einen systemtheoretischen Blick auf Macht, Medien und Moral.

Der Systemtheoretiker Luhmann sieht Wirtschaft, Politik und Massenmedien als operativ geschlossene Teilsysteme unseres Gesellschaftssystems. Die relevante Differenz der Wirtschaft lautet Geld, in der Politik entscheidet Macht und im Mediensystem Information. „In Zeiten, wo alles sichtbar ist, wo in Echtzeit kommuniziert wird, wo alles allen ohne raum-zeitliche Beschränkung zugänglich ist und wo nicht mehr nur Journalisten berichterstatten, sondern der ‚User‘ selbst, gewinnt das ‚Gute‘ eine neue Bedeutung“, so Heitger.

Die „Systemfrage“, so die Wiener Beraterin, wird heute mit ganz neuer Dringlichkeit gestellt wird: „Erfolg, Macht und Einfluss sind weder immun noch erhaben über das gesellschaftliche Werte-Empfinden. Im Gegenteil.“ An den Fallbeispielen: Guttenberg, Strauss-Kahn und Murdoch zeigt sie die Fallhöhe von Führungskräften auf. Was moralisch richtig oder falsch ist, wird jeden Tag neu entschieden. Die Social Media spielen dabei eine immer wichtigere Rolle: Vertrauenszuschreibungen ist für sie die entscheidende Währung. Und „das moralische Urteil braucht keine Legitimation“, so Heitger, „es braucht nur eine Stimme“. (tw)

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