"Unternehmen Österreich 2025: Gesamtvision für Österreichs Zukunft nimmt Gestalt an"

APA-OTS, 19.6.2012

Gestern trafen sich die Mitglieder der Executive Group sowie die Leiter und Koordinatoren der zehn Expertengruppen der wirtschaftspolitischen Zukunftsinitiative Unternehmen Österreich 2025 zum Mid-Term Meeting. Sie formten einen ersten Prototyp einer Vision, wie Österreich im Jahr 2025 aussehen sollte. Die Eckpunkte: Mutige und selbstbewusste Menschen, die hierzulande optimale Chancen vorfinden, leistungsfähige und verantwortungsbewusste Unternehmen sowie eine schlanke, effiziente Verwaltung sollen Österreich im internationalen Wettbewerb an die Spitze führen. Bis Oktober werden alle erarbeiteten Ideen und Strategien weiter diskutiert, verfeinert und dann der Politik als Gesamtpaket übergeben.

Seit dem Start von Unternehmen Österreich 2025 am 2. Mai 2012 ist viel geschehen: Die mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft besetzte Executive Group hat einen ersten Entwurf einer Gesamtvision für Österreich ausgearbeitet. In zehn Expertengruppen wurden Stellhebel für die jeweiligen Themenfelder ausgearbeitet, mit deren Hilfe diese Vision erreicht werden kann. In ihrem Mid-Term Meeting formten die Teilnehmer an Unternehmen Österreich 2025 in der inspirierenden Umgebung der Sammlung Essl aus allen Einzelsträngen den ersten Prototypen einer Gesamtvision sowie der Stellhebel und Maßnahmen.

Mut zur Veränderung

Regina Prehofer, Vizerektorin der WU Wien und Sprecherin von Unternehmen Österreich 2025: "Für mich ist es sehr beeindruckend, wie viel Arbeit seit dem Start im Mai geleistet wurde. Natürlich ist das noch Work in Progress. Bei manchen Punkten werden wir über den Sommer noch nachschärfen und auch die Meinungen und Perspektiven unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen miteinbeziehen." Bernhard Gröhs von Deloitte und ebenfalls Sprecher der Initiative: "Worüber wir hier sprechen, ist ein Kulturwandel. Wir brauchen den Mut, größere Schritte vorzuschlagen. Das setzt auch entsprechendes Leadership voraus." Auch Ute Bock, bekannt durch ihren Einsatz für Asylwerber und Flüchtlinge und Mitglied der Executive Group, wünscht sich einen noch tiefer greifenden Kulturwandel. Sie fordert eine grundlegende Änderung, die ganz oben beginnt - nämlich in den Köpfen der Menschen. Bei dem ganztägigen Arbeitstreffen in Klosterneuburg war die Aufbruchsstimmung spürbar. Martin Essl, Chef von bauMax, Mitglied der Executive Group und Gastgeber für das Mid-Term Meeting, wies darauf hin, dass Politik und Wirtschaft viel von der Kunst lernen können. Der Blick der Künstler auf die Welt sei immer auch ein Blick über den Tellerrand.

Breiter Konsens bei Bildung, Innovation und Verwaltungsreform
Durch viele Arbeitsgruppen zieht sich das Thema Zukunftsinvestitionen. Die Wichtigkeit eines zukunftsfähigen Bildungssystems und eines innovationsfreundlichen Klimas werden immer wieder betont. Auch bei den Themenbereichen effizienter Staat und schlankere Verwaltung herrscht große Übereinstimmung. Die Notwendigkeit einer Steuerreform zieht sich gleich durch mehrere Themenbereiche. Das Thema Integration wird vor allem unter dem Gesichtspunkt "Vielfalt als Chance" betrachtet. Die Diskussionen zum Thema Strukturreformen sind aufgrund der Komplexität des Themas naturgemäß schwieriger, doch auch hier werden interessante Lösungsansätze diskutiert.

Einladung zum Dialog
Über den Sommer werden die Gesamtvision, die einzelnen Strategien und vorgeschlagenen Maßnahmen weiter geschärft und auch zur Diskussion gestellt. Die Expertengruppen werden zu themenspezifischen Dialogveranstaltungen einladen, wo die Themen weiter bearbeitet werden. Auf der Website www.unternehmen-oesterreich2025.at gibt es die Möglichkeit für alle Interessierten, weitere Ideen und Vorschläge einzureichen, die dann in die Diskussionen einfließen. Redaktionsteams werden Visionen und Stellhebel weiter präzisieren. Bis Oktober soll dann das Gesamtpaket fertig gestellt sein.

Vision für junge Menschen

Bei der Abschlussrunde des gestrigen Mid-Term Meetings wurde darüber diskutiert, was das Ergebnis der Initiative sein soll. Dabei wurde schnell klar, dass die hier entwickelte Vision eine sein soll, die eine breite Mehrheit der Menschen in diesem Land versteht und die insbesondere von jungen Menschen mitgetragen wird. Sie wird auf klaren Werten basieren, die unabhängig von Ideologien sind. Und sie wird offen sein für weitere Diskussionen und Veränderungen. Für Vizekanzler Michael Spindelegger, Initiator von Unternehmen Österreich 2025, werden die Ergebnisse jedenfalls eine Guideline für seine politische Arbeit sein: "Gerade in schwierigen Zeiten ist es sehr wichtig zu wissen, wo wir in Zukunft stehen wollen. Bei Unternehmen Österreich 2025 wirken viele Menschen sehr tatkräftig, professionell und inspirierend mit, das zu formulieren. Das ist für mich ein gutes Beispiel, wie eine neue Partnerschaft zwischen Zivilgesellschaft und Politik aussehen kann."

Die Executive Group
Die Executive Group besteht derzeit aus 29 Personen. Sie entwickelt eine klare Vision: Wo steht unsere Wirtschaft im Jahr 2025 und welche Alleinstellungsmerkmale zeichnen sie aus? Darüber hinaus formuliert diese Gruppe Empfehlungen zur thematischen Arbeit der Experten.

Die Mitglieder sind: Karl Aiginger (WIFO), Manfred Asamer (Asamer Holding), Ute Bock (Flüchtlingsverein Ute Bock), Peter Brabeck-Letmathe (Nestlé), Attila Dogudan (Do & Co), Susanne Ebner-Mayer (Ebner media & management), Wolfgang Eder (voestalpine), Martin Essl (bauMax), Ingeborg Freudenthaler (Freudenthaler), Bernhard Gröhs (Deloitte), Erwin Hameseder (Raiffeisen), Maria Magdalena Hauser (Stanglwirt), Markus Hengstschläger (MedUni Wien), Frank Hensel (REWE), Josef Herk (Herk Karosserie & Lack), Hans Herzog (Constantia Industries), Aleksandra Izdebska (DiTech), Monika Kircher (Infineon), Christoph Kulterer (Hasslacher), Bettina Lorentschitsch (Optimus Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H.), Peter Löscher (Siemens), Harald Mahrer (HM Tauern Holding), Tatjana Oppitz (IBM), Regina Prehofer (WU Wien), Johanna Rachinger (Nationalbibliothek), Helmut Reisinger (Orange Business Services), Hubert Rhomberg (Rhomberg Bau), Christian Seiwald (Novartis), Thomas Uher (Erste Bank).

Die zehn Expertengruppen
Insgesamt über 200 Personen vertiefen die Zukunftsbilder der Executive Group und definieren zu zehn Themenfeldern strategische Stellhebel, die umgelegt werden müssen, um diese Vision zu erreichen. Jede der Gruppen wird von einer Person inhaltlich und organisatorisch geleitet, die wiederum von einem Koordinator unterstützt wird.

Die Expertengruppen werden geleitet von: Wolfgang Brandstetter (WU Wien) "Transparenz und Governance", Christian Friesl (Industriellenvereinigung) "Vielfalt, Begegnung & Integration", Gottfried Haber (Universität Klagenfurt) "Rahmenbedingungen und Trends", Michael Krammer (Orange) "Chance internationaler Wettbewerb", Gerhard Krassnig (Spencer Stuart) "Bildung und Lernen", Robert Kremlicka (A.T. Kearney) "Standort Österreich", Andreas Kronberger (Baxter) "Innovationsland Österreich", Georg Schöppl (Österr. Bundesforste) "Nachhaltiges Wirtschaften", Ursula Simacek (SIMACEK) "Arbeitswelten", Wolfgang Wolte (Gesellschaft für Europapolitik) "Aktiv in Europa".

Die Organisation
Träger ist Unternehmen Österreich 2025 - Verein zur nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Der Verein schafft den rechtlichen Rahmen für die Initiative und ist für die Finanzierung zuständig. Der Vorstand des Vereins besteht aus Alfons Helmel (incite), Präsident, und Alexander Hartig (ILAG), Vizepräsident. Als Rechnungsprüfer fungieren Andreas Theiss (Wolf Theiss) und Friedrich Rödler (PwC).

Sämtliche Mitglieder der Executive Group und der Expertengruppen arbeiten unentgeltlich an der Initiative Unternehmen Österreich 2025 mit.

Ein Steering Committee ist für die Konzeption, den Ablauf und die Umsetzung des Projektes verantwortlich. Es besteht aus Vereinspräsident Alfons Helmel, den beiden Sprechern, Regina Prehofer und Bernhard Gröhs, dem operativen Projektleiter Christoph Hörhan, Johannes Kasal (Kabinett des Vizekanzlers) sowie der Unternehmensberaterin Barbara Heitger (Heitger Consulting) und dem Kommunikationsberater Sepp Tschernutter (Grayling).

Weitere Informationen auf www.unternehmen-oesterreich2025.at und www.twitter.com/UOE2025.