Führung reloaded. Wo steht Führung heute?

Eine Bestandsaufnahme in drei Akten.

personalszene, 08/2011

1. Akt: Die Ansprüche steigen.
Führung hat in den letzten Jahren viel geleistet, Unternehmen internationalisiert, Effizienzpotenziale gehoben, neue Technologien umgesetzt und die Turbulenzen der Finanzkrise gemeistert. Die Prognose: Auch die Zukunft wird von VUCA – volatility, uncertainty, complexity, ambiguity – geprägt. Die Herausforderungen an Führung bleiben hoch. James March versteht Führen als gekonnten Mix der zwei Elemente „Exploit“ und „Explore“. Exploit steht dafür, Bestehendes optimal und effizient zu nutzen, und Explore für das Lösen komplexer Fragen und das Gestalten von Innovation. In Zukunft gewinnt Explore an Bedeutung.

2. Akt: Die Schöpfer sind erschöpft.
Das bürgerliche Ideal von Führung – Status, unterstützende Stäbe, Zeit für Entscheidungen – bröckelt. Es gilt die Maxime „always on“, virtuelle Führung über Standorte, wachsende Abhängigkeiten in komplexen Organisationen. Entscheidungsdichte, Tempo und Vielfalt des Wandels strapazieren und erschöpfen. Entgrenzung, Informationsüberfluss und Beschleunigung geben qualifiziertem Dialog, „outside the box“-Denken und Experimenten wenig Raum. Organisation und Führung sind erschöpft und haben wenig Routinen für ihre eigene Regeneration entwickelt.

3. Akt: Führung reloaded.
Führen ist eine integrierte Leistung von Führenden (die Führungsimpulse setzen) und Geführten (die entscheiden, sich führen zu lassen), der Führungsmannschaft (das Zusammenspiel von Ebenen der Führung) und der Organisation (Führungsfunktion von Systemen und Kultur). Zukunft passiert nicht, sondern „Leaders make the Future“: Um Unternehmen in der VUCA-Zukunft zu führen, braucht es mehr „Explore“: Learning Journeys, Kundenarenen, Stakeholderparlament, „Be your Competitor“ ebenso wie reflexive und regenerative Settings.

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