Was will und was kann ich beitragen?

Der Standard, 26./27.02.2011

Wie finde ich den richtigen Berater, wenn ich mir eine Vielzahl an verschiedenen Expertisen nicht leisten kann und will? Erfrischend bodenständige Ratschläge gab Barbara Heitger von Heitger Consulting.

Die Entscheidung, sich einen Berater ins Haus zu holen, gehe immer mit einem gerüttelt Maß an Unsicherheit einher, sagt Barbara Heitger von Heitger Consulting. Nicht selten ist auch die Zahl und die unterschiedlichen Expertisen eingekaufter Beratung – sei es auch nur für einen bestimmten Fall – sehr groß. Vom Fach- bis zum systemischen Berater geben die einen den anderen die sprichwörtliche Türklinke in die Hand. Allerdings stellen sich die Herausforderungen, die Expertise welcher Art auch immer notwendig erscheinen lassen, immer in einer bestimmten Mischform und nicht so klar dar, wie man sich das vielleicht wünschen würde, und was zuweilen manchmal einfach diese eklektische Auswahl an Experten zur Folge habe, sagt Heitger. Wie aber gehen Organisationen vor, die sowohl von ihrer Größe als auch von den mit Beratung per se verbundenen Aufwendungen her nicht dergestalt aufgestellt sind wie etwa börsenorientierte Unternehmen? Wie finden die ihre passende Beratung "Eine der wichtigsten Fragen zu Beginn ist sicher, wofür genau ich mir Beratung ins Haus holen möchte", bringt es Heitger erfrischend einfach auf den Boden der Realität.

Wozu?
Da gebe es drei ganz klassische Entscheidungskriterien: 1.) Brauchen wir Expertise, die wir nicht im Haus haben? In diesem Fall würde die Entscheidung eher Richtung Fachberatung gehen. 2.) Geht es darum, Lösungen aus der Organisation heraus zu entwickeln, vorhandene Ressourcen und Wissen zu nutzen und für die Unternehmensentwicklung Commitment zu entwickeln? In diesem Fall ginge der Zuschlag eher an die systemische Beratung, sagt sie. 3.) Zudem komme es häufig vor, dass man sich Berater hole, um damit auch Legitimation nach außen zu erlangen. Heitger: "Es gibt einfach Beratermarken, die so stark sind, dass diese einem gegenüber dem Aufsichtsrat – zum Beispiel – einfach helfen". Natürlich sei Legitimation allein zu wenig. Heißt: Wenn der Berater allein aus legitimatorischen Gründen ins Haus geholt werde, stehe dieses Beratungsziel, so es denn tatsächlich jenes ist, "auf tönernen Füßen", so Heitger weiter. Die allermeisten Fälle aber kommen in einer Mischkombination aus allen drei Faktoren daher, betont sie. Die Frage nach dem eigentlichen Ziel und wie sich dieses im eigenen Fall mit den genannten Punkten kombieniere, führe auf den richtigen Pfad. Letztlich gehe es immer um das Schaffen einer Balance, sagt Heitger: Was gibt Sicherheit – das Beraterimage, das Fachwissen oder das Bereitstellen von Resourcen und Fähigkeiten im Unternehmen selbst? …mehr (PDF)